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Beikostplan: die ersten 100 Tage

Im Netz kursieren Beikostpläne, die für Tag 17 exakt 40 g Pastinake vorsehen. Ehrlich: So isst kein echtes Baby. Was funktioniert, ist ein Phasen-Plan – klare Etappen mit Meilensteinen, die ihr in eurem Tempo erreicht. Genau so ist auch dieser Plan aufgebaut.

Kurz gesagt: Phase 1: mittags den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei etablieren (Eisen!). Phase 2 (je ~1 Monat später): Milch-Getreide-Brei und Getreide-Obst-Brei dazu, parallel Allergene einführen. Phase 3 (ab 8.–10. Monat): Stückchen und Fingerfood – das Kau-Lernfenster der ESPGHAN. Milch bleibt die ganze Zeit erlaubt; das Baby bestimmt das Tempo.

Phase 1: Der erste Brei (ca. Woche 1–4)

Start mit ein paar Löffeln Gemüsebrei mittags (Karotte, Pastinake, Kürbis oder Zucchini – gegart, fein püriert). Nach ein paar Tagen Kartoffel dazu, dann Fleisch (oder als vegetarische Variante Vollkorn-Getreide): Der komplette Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei liefert genau das Eisen, das ab etwa 6 Monaten knapp wird. Ein Schuss Rapsöl gehört hinein (Energie + gute Fettsäuren), Vitamin-C-reiches Obst oder Gemüse verbessert die Eisenaufnahme. Ziel der Phase: Der Mittagsbrei ersetzt nach und nach eine Milchmahlzeit.

Phase 2: Zweiter & dritter Brei (ca. Woche 5–10)

Etwa einen Monat nach dem Start kommt der Milch-Getreide-Brei am Abend dazu (sättigt, Kalzium; Vollkornflocken bringen extra Eisen), wieder rund einen Monat später der Getreide-Obst-Brei am Nachmittag – die Reihenfolge der beiden ist austauschbar. Parallel läuft das Wichtigste dieser Phase: Vielfalt und Allergene. Ei (durcherhitzt), Erdnussmus (verdünnt), Fisch, Joghurt als Zutat, verschiedene Getreide – früh eingeführt und dann regelmäßig wiederholt (warum, steht hier).

Phase 3: Stückchen & Familientisch (ab 8.–10. Monat)

Jetzt öffnet sich das „Stückchen-Fenster“: Die ESPGHAN empfiehlt, spätestens zwischen dem 8. und 10. Monat stückigere Konsistenzen einzuführen, damit das Kauen gelernt wird – wer es lange verpasst, hat später oft einen wählerischeren Esser. Praktisch: Brei nur noch grob zerdrücken, weiche Fingerfood-Stücke (gegartes Gemüse, weiches Obst, Brotrinde), mitessen lassen, was vom Familientisch sicher ist. Die Sicherheitsregeln gelten dabei unverändert: aufrecht sitzen, dabei bleiben, nichts Rundes/Hartes im Ganzen.

⚠️ Kein Stichtags-Stress: Alle Zeitangaben sind Orientierungen, keine Prüfungstermine. Ein Baby, das zwei Wochen „hinter dem Plan“ liegt, ist kein Problemfall – besprecht Auffälligkeiten (gar kein Interesse deutlich nach dem 7. Monat, Würge-Panik bei jeder Konsistenz, Gewichtsknick) einfach beim Kinderarzt. Frühgeborene planen mit korrigiertem Alter, gemeinsam mit der Ärztin.

Woran ihr Fortschritt wirklich erkennt

MeilensteinTypisch in Phase
Erster Löffel geschafft, erstes Gemüse akzeptiert1
Kompletter Mittagsbrei ersetzt eine Milchmahlzeit1
10+ verschiedene Lebensmittel probiert1–2
Ei, Erdnuss und weitere Allergene eingeführt & wiederholt2
Drei Breimahlzeiten etabliert2
Erste Stückchen gemeistert, isst am Familientisch mit3

Der Plan, der sich selbst abhakt

In HeyFini heißt dieser Plan Beikost-Reise: die ersten 100 Tage in drei Phasen, mit 14 Meilensteinen – und das Besondere ist, dass sich die Meilensteine automatisch aus euren echten Mahlzeiten abhaken. Ihr erfasst nur, was es gab; die Reise zeigt, wo ihr steht, was als Nächstes ansteht und warum. Kein PDF, kein Tages-Diktat – ein Plan, der mit eurem Baby geht.

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Häufige Fragen

Mit welchem Gemüse starten?

Bewährt: Karotte, Pastinake, Kürbis oder Zucchini – mild, gut verträglich, leicht zu pürieren. „Das eine richtige“ Start-Gemüse gibt es nicht.

Wie viel soll mein Baby essen?

So viel es mag. Anfangs sind ein paar Löffel normal; Hunger- und Sättigungszeichen des Babys schlagen jede Grammzahl.

Wann darf mein Baby Wasser trinken?

Mit Beginn der dritten Breimahlzeit gehört Wasser (Leitungswasser ist okay) zum Essen dazu – am besten aus dem offenen Becher.

Ist Baby-led Weaning mit diesem Plan vereinbar?

Ja. Die Phasen gelten genauso – statt Brei-Konsistenzen arbeitest du von Anfang an mit sicherem, weichem Fingerfood und achtest besonders auf die Eisenquellen.

HeyFini

Von Felix & Merle · Eltern von Josefine

Wir haben HeyFini aus unserem eigenen Babyalltag heraus entwickelt – der Plan folgt dem 3-Brei-Schema des Netzwerks Gesund ins Leben und den ESPGHAN-Empfehlungen zur Komplementärernährung. Mehr in unserer Story. Zuletzt aktualisiert: September 2026.

Weitere Beikost-Ratgeber

Allgemeine Orientierung, keine medizinische Beratung. Bei Fragen zu eurem Kind helfen Kinderärztin/Kinderarzt oder Hebamme.