Baby nachts oft wach: Was normal ist und was hilft
Kurze Antwort: Nächtliches Aufwachen ist im ersten Jahr normal. Neugeborene wachen alle zwei bis vier Stunden auf, weil sie Hunger haben. Mit einem Jahr schläft noch mehr als jedes vierte Baby keine sechs Stunden am Stück (Pennestri, Pediatrics 2018). Durchschlafen ist kein Ziel, das ihr erreichen müsst, sondern eine Entwicklung, die kommt.
Wie oft Babys nachts aufwachen
In den ersten drei Monaten wacht euer Baby nachts zwei- bis viermal auf, weil sein Magen klein ist und es Milch braucht. Zwischen drei und sechs Monaten werden die Strecken länger, viele schaffen vier bis sechs Stunden am Stück. Ab sechs Monaten könnten die meisten nachts ohne Mahlzeit auskommen, viele wollen trotzdem eine und das ist in Ordnung.
„Durchschlafen“ heißt in Studien meist sechs Stunden am Stück, nicht zwölf. Und selbst das schafft mit einem Jahr mehr als jedes vierte Baby noch nicht (Pennestri, Pediatrics 2018). Wenn euer Baby also mit zehn Monaten zweimal wach ist, ist es in bester Gesellschaft.
Warum Babys nachts aufwachen
Hunger. In den ersten Monaten der häufigste Grund. Nachts sollt ihr ihn stillen.
Schlafzyklen. Ab dem vierten Monat schläft euer Baby in Zyklen und wacht dazwischen kurz auf. Ob es dann ruft, hängt davon ab, ob es die Situation vom Einschlafen wiederfindet. Mehr dazu unter Schlafregression mit 4 Monaten.
Entwicklung. Drehen, Krabbeln, Stehen, Fremdeln, Sprechen. Was das Gehirn tagsüber lernt, übt es nachts.
Übermüdung. Ein Baby, das tagsüber zu wenig geschlafen hat, schläft nachts unruhiger, nicht tiefer. Die Wachfenster-Tabelle hilft.
Körperliches. Zähne, Schnupfen, ein zu warmer oder zu kalter Raum, ein nasser Body.
Was für ruhigere Nächte hilft
Der Tag macht die Nacht. Genug Tagschlaf, passende Wachfenster, viel Licht und Bewegung am Tag, ruhiges Dämmerlicht ab dem Abend. So lernt die innere Uhr, wann Nacht ist.
Gleiche Abendroutine. Baden, Schlafanzug, Milch, Lied, Bett, jeden Abend in derselben Reihenfolge und zur ähnlichen Zeit.
Nachts langweilig sein. Kein Licht, kein Spielen, wenig Worte. Versorgen, zurücklegen, fertig.
Schlafumgebung prüfen. 16 bis 20 Grad, Schlafsack statt Decke, Rückenlage, nichts Loses im Bett. Der TOG-Rechner sagt euch, welcher Schlafsack zur Raumtemperatur passt.
Kurz warten. Nicht jedes Geräusch ist ein Ruf. Wenn das Baby nur brummelt, gebt ihm eine Minute, oft schläft es weiter.
Wann ihr die Kinderärztin fragen solltet
Wenn euer Baby im Schlaf schnarcht, mit dem Mund atmet oder Atempausen macht. Wenn es nachts schreit wie vor Schmerzen und sich nicht beruhigen lässt. Wenn es tagsüber ständig müde ist oder nicht gut zunimmt. Und wenn ihr selbst am Ende seid: Auch Elternschlaf ist ein Thema für die Praxis und die Hebamme, dafür müsst ihr euch nicht schämen.
Wie HeyFini euch nachts hilft
Nachts tippt ihr im Nacht-Layout auf drei große Tasten, mehr Licht braucht es nicht. Morgens sagt HeyFini euch in einem Satz, wie die Nacht war, verglichen mit euren eigenen Nächten, nicht mit einer Tabelle. In Was hat sich verändert seht ihr, ob die Nächte über die Wochen länger werden, auch wenn es sich nachts um drei nicht so anfühlt. Und die Zusammenhänge zeigen nach drei Wochen, ob Zahnen, Spaziergang oder ein spätes Schläfchen bei euch eine Rolle spielen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Auffälligkeiten beim Atmen, Schmerzen oder Sorgen um das Gewicht fragt Hebamme oder Kinderarztpraxis.
Passend dazu
- Schlafregression mit 4 Monaten: Was passiert und was hilft
- Schlafregression mit 8 Monaten: Krabbeln, Fremdeln, wache Nächte
- Zahnen und Schlaf: Schläft mein Baby schlechter, wenn Zähne kommen?
Häufige Fragen
Ab wann schlafen Babys durch?
Sechs Stunden am Stück schaffen viele Babys zwischen drei und sechs Monaten, andere erst nach dem ersten Geburtstag. Beides ist normal. Es gibt kein Alter, ab dem ein Baby durchschlafen muss.
Soll ich mein Baby nachts weiter stillen oder füttern?
In den ersten Monaten ja, es braucht die Mahlzeiten. Ab etwa sechs Monaten entscheidet ihr gemeinsam mit der Hebamme, ob und wie ihr die Nachtmahlzeiten weniger werden lasst. Ein Baby, das nachts trinkt und tagsüber gut zunimmt, macht nichts falsch.
Hilft ein Abendbrei beim Durchschlafen?
Die Forschung findet dafür keinen nennenswerten Effekt. Mehr dazu im Artikel Beikost und Schlaf. Beikost beginnt nach den Reifezeichen, nicht wegen der Nacht.
Quellen: Nächtliches Aufwachen im ersten Jahr: Pennestri et al., Pediatrics 2018; Henderson et al., Pediatrics 2010; sichere Schlafumgebung: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Sicherer Schlaf für mein Baby; Raumtemperatur 16 bis 20 Grad: BZgA.